Migration | Asyl | Feminismus

Workshop 1: Theoretische Einführung in das Asyl- und Aufenthaltsrecht aus feministischer Perspektive

Am Freitag, 1. November 2013, 10:30 Uhr – 13.30 Uhr in Raum 3302 (Boltzmannstraße 3)
Referentin: Doris Liebscher, Juristin, Humboldt Law Clinic Grund- und Menschenrechte, Antidiskriminierungsbüro Sachsen/Leipzig, Autorin Studienbuch Feministische Rechtswissenschaft z.Zt. Promotion zu Konstruktionen von „Rasse“ und „Ethnizität“ im deutschen Antidiskriminierungsrecht.

*His(s)story – Herstory? Asyl- und Aufenthaltsrecht aus feministischer Perspektive*
Feministische Jurist_innen kritisieren nicht nur das Arbeits- Straf- oder Steuerrecht dafür, dass es auf männliche und heterosexuelle Normalsubjekte ausgerichtet ist und diese gleichsam (re)produziert. Auch das deutsche Asyl- und Aufenthaltsrecht privilegiert den gut ausgebildeten vollerwerbstätigen heterosexuellen Cis-Mann und schreibt die Geschichte von Frauen* als familiären Anhängseln oder als Opfern kulturspezifischer Gewalt und Diskriminierung weiter. Demgegenüber steht eine facettenreiche, oft widersprüchliche Realität von Frauen, die als Asylsuchende, Arbeitssuchende, als Familiennachziehende oder Familienernährerinnen nach Deutschland kommen und spezifische Erfahrungen im Zusammenspiel von wir die Verknüpfungen von Geschlecht; Lebensalter, sexueller Identität, Familienstand, Staatsangehörigkeit und rassistischen Zuschreibungen machen.
Um diesen Verknüpfungen auf die Spur zu kommen werden wir werden uns zunächst einen Überblick über die aktuelle Rechtslage zu geschlechtsspezifischen Fluchtursachen, Familiennachzug und Zwangsehegesetz verschaffen.
Anschließend analysieren wir in Arbeitsgruppen die Lebensrealitäten von zugewanderten Frauen in den Bereichen „Beschäftigung und Beruf“ und „Liebe und Familie“ jeweils verknüpft mit den aufenthaltsrechtlichen Implikationen.
Neben den geschlechtsspezifischen rechtlichen und gesellschaftlichen Barrieren wollen wir auch diskutieren welche Bilder von Weiblichkeiten und Männlichkeiten dadurch hergestellt werden.

Workshop 2: Spezifische Lebenswirklichkeiten von Frauen im Migrationsprozess

Am Freitag, 8. November 2013, 10:30 Uhr – 13.30 Uhr. Raum KL 29/239 in der Silberlaube
Referentinnen: Women in Exile is an initiative of refugee women founded in Brandenburg in 2002 by refugee women to fight for their rights. We decided to organize a refugee women’s group, because we have made the experience that refugee’s women are doubly discriminated against not only by racist laws and discriminative refugee laws generally but also as women. Women in Exile e.V. was founded in Potsdam in 2011 and is recognized as a non-profit organization.

Reality and Experinces in the Process of Migration
Immigration process begins when one makes the hard decision to leave their country for the unknown. Mostly this is done with the help of agents and one reaches the country where they think it is safe to settle. Either having travelled through other countries or landing straight in the presumably safe country. The reality of the process starts when one approaches the authority with the request for asylum. The process starts with finger printing, live in collective homes and waiting or finding ways to leave the collective homes. With a presentation of the work of “Women in Exile” we will be able to realise the reality and experience in the process of Migration.

Workshop 3: Asylverfahren in der anwaltlichen Praxis

Voraussichtlich am Freitag, 22. November 2013, 10:30 Uhr – 13.30 Uhr, Raum 1107
Referentinnen: Rechtsanwältinnen Berenice Böhlo und Beate Böhler

Hier soll ein Einblick in die anwaltliche Praxis ermöglicht werden. Der Schwerpunkt der Veranstaltung liegt insbesondere auf den Besonderheiten, die sich bei der Vertretung von Frauen im Asylverfahren ergeben. Es wird auf die Themen Schwangerschaft und Kinder, Menschenhandel und Prostitution eingegangen.